Coaching? Mehr Schein als Sein. Unbedingt!

Ich höre es immer mal wieder: Menschen, die lange Zeit etwas professionell betreiben, erzählen plötzlich, dass sie jetzt auch coachen und dass das manchmal auch wirklich weit geht. Wenn ich dann nachfrage, ob sie denn auch eine Qualifikation oder ein Zertifikat haben, ernte ich oft Unverständnis und höre sogar Bemerkungen wie: „Das sei ja typisch Deutsch, weil man für alle einen Schein braucht.“

Dazu habe ich eine einfache, wie klare Meinung: JA! JA und nochmal JA! Beim Coaching braucht es unbedingt mehr Schein als Sein.

Aus meiner Sicht ist es absolut wichtig einen Schein in Form eines Qualifizierungsnachweis oder ein Zertifikat zu haben, denn in Deutschland darf sich jeder Coach nennen und die, die sich so nennen, ohne eine Qualifizierungsnachweis oder Zertifikat, bewirken mit Ihrem Tun im besten Fall gar nix und können im schlechtesten Fall Schaden anrichten, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Ein paar Beipiele, woran Sie erkennen können, was einen nicht ausgebildeten von einem ausgebildeten Coach unterscheidet:

  • Arbeiten ohne Coachingkonzept
  • Arbeiten ohne klare Haltung: was ist die Rolle des Coaches?
  • Arbeiten ohne Abgrenzung des Coachings zu Training, Beratung, Therapie.
  • Arbeiten ohne genaue Zielerarbeitung.
  • Nicht wissen, was KUNDE, KLAGENDER und BESUCHER bedeutet.
  • Nicht wissen, wie wirksam offene und zirkuläre Fragen sind.
  • Nicht wissen, was Projektion und Übertragung sind.
  • Nicht in der Lage sein, ein Thema hinter einem Thema zu erkennen.
  • Betroffenheitscoaching praktizieren.
  • Nicht wissen, was Embodiment bedeutet und wie es für den Coachingprozes genutzt werden kann.
  • Kein Netzwerk zur Verfügung haben, in dem an Psychologen oder Therapeuten weitervermittelt werden kann, wenn es nötig werden sollte.

Gut zu wissen, liebe potentielle Coachingkunden:

  1. Die meisten Unternehmen in Deutschland, die mit externen Coaches arbeiten, haben in der Regel eine Personalentwicklung, die bei der Auswahl geeigneter Coches für die Mitarbeiter ihres Unternehemns im Vorfeld die o.g. Punkte gecheckt hat.
  2. Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, privat für sich einen Coach zu suchen, fragen Sie einfach mal in Ihrem Umfeld, wer Erfahrung mit einem Coaching gemacht hat. Das tun Sie schließlich auch, wenn Sie einen neuen Arzt suchen, denn Sie wollen sich sicher und gut behandelt fühlen.
  3. Wenn Sie dann einen Coach in die nähere Auswahl genommen haben, lassen Sie sich eine Expertise zeigen. Fragen Sie nach, wo Ausbildungen gemacht wurden. Lassen Sie sich Zertifikate zeigen, denn es geht im Coaching um Sicherheit und Vertrauen. Das ist die Grundlage auf der Coach und Klient aufsetzen, um zusammen zu arbeiten. Alles andere ist Mumpitz.
  4. Last but not least: Manchmal ist Coaching eher Beratung: Ein Berater ist ein Spezialist für ein Thema, der von außen kommt und der Ihnen Lösungen bietet. Das sind i.d.Regel die Lösungen des Beraters. Dafür sind Berater da. Im Unterschied dazu unterstützt ein Coach Sie dabei Ihre eigenen Lösungen zu finden, Perspektiven zu wechslen oder neue zu gewinnen, damit Sie kraftvoll performen, arbeiten, weitermachen, neu gestalten können. Das ist ein wahrnehmbarer, spürbarer, erlebbarer Unterschied.

Kurzum: Augen auf und ran an die vielen, vielen tollen Angebote, von denen es erheblich mehr gibt als von den anderen.