Thirteen Shades of… Contact

Wer präsentiert oder vor anderen spricht, sollte zwei Fragen beantworten:

Wie schaffe ich es, Kontakt zu meinem Publikum aufzubauen?
Und wie schaffe ich es, den Kontakt zu halten?

Am Anfang

Gleich zu Beginn Ihres Vortrages gilt es, die erste Hürde zu überwinden.
Sie betreten die Bühne. Ihr Publikum denkt: „Wer ist das?“ „Was macht der?“ „Was will er hier?“
Und vor allem: „Mag ich den?“

Machen wir uns nichts vor. Wenn Ihr Publikum Sie nicht mag, können Sie machen, was Sie wollen. Dann wird es schwierig, das Publikum für sich zu gewinnen.

Hand aufs Herz: Meistens ist es so, dass das Publikum zu Beginn eines Vortrages noch nicht weiß, ob es Sie mag oder nicht. Das bedeutet für Sie, dass Sie Ihr Publikum zunächst für sich gewinnen müssen. Und genau darum geht es in Ihrer Vorbereitung. Der erste Kontakt ist daher wie ein Brückenbau.

Zehn Möglichkeiten für einen Brückenbau-Kontakt zum Publikum:

  1. Entspannen Sie sich: Sie müssen kein Entertainer sein, kein Comedian, kein Steve Jobs.
  2. Agieren Sie dialogisch. Präsentieren Sie alles so, als würden Sie es einem Freund erzählen.
  3. Erzählen Sie zur Einleitung eine Anekdote, eine Fabel oder eine Geschichte, die mit Ihrem Thema zu tun hat.
  4. Nutzen Sie das, was genau in dem Moment Thema ist, in dem Sie vor Ihrem Publikum stehen.
  5. Ändern Sie die Perspektiven Ihres Publikums: Sprechen Sie bereits hinter der Bühne, bevor Sie vorn zu sehen sind.
  6. Kommen Sie von hinten durch den Raum.
  7. Beginnen Sie Ihren Vortrag oder Ihre Präsentation im Publikum.
  8. Kommen Sie auf die Bühne und gehen Sie gleich wieder – und beginnen von vorn.
  9. Kommen Sie auf die Bühne. Stellen Sie sich ruhig hin, schauen Sie Ihr Publikum an, warten Sie, bis alle ruhig sind und sagen Sie einfach: Guten Tag.
  10. Machen Sie ein kurze Pause – und sprechen Sie dann weiter.

Wenn Sie Ihr Publikum für sich gewonnen haben, dann geht es darum, den Kontakt zu halten.

Drei Möglichkeiten, den Kontakt zu halten:

1. Augen – Blicke und Wiedererkennungszeichen
Wenn Sie auf der Bühne sind, können Sie ab einer Größe von 50 Zuhörern niemals jeden Menschen mit Blicken gleichmäßig erreichen. Das erwartet auch niemand. Was Ihr Publikum aber erwartet, ist, dass Sie denen, die da sitzen, das Gefühl geben, Sie würden jeden Einzelnen beachten. Daher ist es wichtig, den Blick schweifen zu lassen. Sie dürfen auch gern länger in eine Richtung sprechen. Denken Sie einfach daran, überall hinzuschauen, damit alle das Gefühl haben: Ich bin beteiligt.
Geben Sie Wiedererkennungszeichen: Lächeln Sie Menschen an, zeigen Sie mit dem Finger in eine Richtung, Machen Sie mit den Armen Gesten, die den Raum füllen, bewegen Sie sich auf Menschen zu. Zwinkern Sie jemandem zu.

2. Aktivieren

  • Stellen Sie rhetorische Fragen.
  • Stellen Sie offene Fragen und bitten Sie um Handzeichen: Wer interessiert sich (z.B.) für Fußball? Wer (z.B.) für Schuhe?
  • Stellen Sie geschlossene Fragen und bitten Sie Ihr Publikum, auf ein Zeichen hin gemeinsam mit JA oder NEIN zu antworten.
  • Verlassen Sie die Bühne und stellen Sie Ihrem Publikum direkt ein paar Fragen.
    (Wichtig: Mikrofon mitnehmen ins Publikum, weil die Zuschauer in der Regel leiser sprechen, als Sie auf der Bühne.)
  • Wenn Sie merken, dass Ihr Publikum etwas müde wird, unterbrechen Sie Ihren Vortrag und bitten Sie Ihr Publikum, kurz aufzustehen und mit dem Nachbarn den Platz zu tauschen, oder ihm anerkennend auf die Schulter zu klopfen, oder sich vorzustellen. Danach dürfen alle wieder sitzen und Sie fahren fort.

3. Energetisch arbeiten
Präsentieren ist Arbeit!
Wenn Sie auf der Bühne arbeiten, sollten Sie sich vom Publikum energetisch unterscheiden.
Das ist in der Regel schon so, weil sie aufgeregter und damit energetischer sind, als Ihre Zuhörer.
Und das ist gut. Auf der Bühne sollten Sie trotz Mikrofon laut und deutlich sprechen.
Ihr Publikum folgt Ihnen, wenn Sie mit Ihrer Präsentationsenergie „spielen“.

Achten Sie darauf, dass Sie energetische Rhythmuswechsel einbauen: Leiser und lauter, scheller und langsamer, Pausen, größere und kleinere Bewegungen, mit denen Sie gestisch das unterstützen, was Sie mit Worten sagen.
Denn wenn Sie gleichbleibend agieren, entsteht Langeweile. Das braucht niemand. Weder Sie, noch Ihr Publikum.

Tipp: In jedem Vortrag gibt es Passagen, die aktiver, deutlicher oder kräftiger präsentiert werden sollten. Markieren Sie diese Stellen bei Ihrer Vorbereitung und machen Sie es dann genau so bei der Präsentation. Das führt dazu, dass Ihr Publikum diese energetischen Schritte mitgeht, weil zwischen Publikum und Vortragendem ein energetisches Band geknüpft ist.

Fazit

Das, was Ihnen auf der Bühne passiert, passiert Ihrem Publikum. Sie sind also voll und ganz dafür verantwortlich, was passiert und haben nach der Lektüre dieses Artikels ein paar Inspirationen mehr in Ihrem Werkzeugkoffer.

Foto: © Trueffelpix – Fotolia.com – #69261036

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