Status: Duck Dich oder zeig Dich!

Stellen Sie sich Folgendes vor:

Es ist Freitag, 17.00 Uhr, und Sie wollen mit dem Zug vom Hamburger Hauptbahnhof nach Irgendwo fahren. Dafür müssen Sie von einem der Bahnhofseingänge zum Gleis. Es ist, wie gesagt, 17.00 Uhr. Viele, sehr viele Menschen bewegen sich zu dieser Zeit im Bahnhof von A nach B.

Frage: Was verhindert, dass wir nicht permanent mit uns entgegenkommenden Menschen zusammenstoßen?
Antwort: Status.

Da das Zusammenstoßen mögliche körperliche Blessuren oder Unannehmlichkeiten mit sich bringen würde, suchen wir den anderen permanent nach Statussignalen ab. Derjenige, der den tieferen Status akzeptiert, weicht aus.

Status hat nichts mit Können zutun, sondern mit einem Signalsystem, auf das wir intuitiv reagieren. Das passiert solange unbewusst, bis wir es bewusst erkannt und durch gezieltes Training unter bewusste Kontrolle gebracht haben. In vielen Situationen reagieren wir mit unserer bisher angewandten STATUSPRÄFERENZ: Entweder gleich die Fäden in die Hand nehmen oder abwarten und dem anderen den Raum geben.

Blitzschnell senden und empfangen beide Seiten Signale und werten sie aus. Je mehr Optionen wir haben, eigene Signale zu senden und selbst zu entscheiden, wie wir auf die Signale des Gegenübers reagieren, desto höher ist unsere STATUSKOMPETENZ.

Status ist also eine prinzipielle Grundhaltung des Menschen zur Welt, die der Frage nachgeht:
Nehme ich mir Raum oder überlasse ich anderen den Raum? Jede Geste, jeder Blick, jede stimmliche Äußerung zeigt unser Verhältnis zur Welt. Das heißt, wir zeigen Status gegenüber Allen und Allem.

Status im Business

Überlegen Sie bitte mal: Kennen Sie Situationen…

  • … in denen Sie den Eindruck hatten, von oben herab behandelt worden zu sein?
  • … oder in denen Sie ein wertvolles Produkt oder eine Dienstleistung nicht überzeugend darstellen konnten?
  • … in denen Sie zwar anwesend waren, sich aber irgendwie unsichtbar gefühlt haben?

Sie werden es nicht glauben, aber hier wirkt Status.

Grundsätzlich lassen sich drei Statustypen unterscheiden:

1. Oberstatus
Das erleben wir: Ein Mensch, der Raum nimmt. Ein Mensch, der alle und alles so behandelt, als ob es ihm gehöre. Ein Mensch, der selbstverständlich ist, selbstverständlich redet, sich behauptet und deutliche Pausen beim Sprechen macht.

Vorteile:

  • übernimmt gern Verantwortung
  • hohe Bereitschaft zu führen und Entscheidungen zu treffen

2. Unterstatus
Das erleben wir: Ein Mensch, der wenig Raum nimmt. Ein Mensch, der alles so behandelt, als wenn es nicht ihm gehöre. Für diesen Menschen ist nichts selbstverständlich.

Vorteile:

  • guter Teamplayer, kann Aufträge gut erledigen
  • sympathisch und einfühlsam

3. Souveräner Status
Das erleben wir: Ein entspannter Mensch, der Raum nimmt und gibt. Ein Mensch, der die Führung übernimmt. Ein Mensch der sympathisch und respektvoll sein Auftreten und seinen Umgang mit allen und allem gestaltet.

Vorteile:

  • verbindende, sinnstiftende Persönlichkeit
  • Vorbildfunktion

Fazit

Machen Sie sich klar, welchen Statustyp sie präferieren und bringen Sie Ihre Statusimpulse unter Ihre bewusste Kontrolle. Spielen Sie damit und versuchen Sie, für Sie „unangenehme“ Situationen neu zu gestalten. Das ist kein revolutionärer, sondern ein evolutionärer Prozess.

Oder anders gesagt: Ran an den Speck, probieren, probieren und Veränderungen spüren!

Foto: © ArtFamily – Fotolia.com – #57916511

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